Beiträge zur Geologie in Ostwestfalen-Lippe

Bilder von romanischen Kirchen zum Thema Porta-Sandstein

Der Porta-Sandstein wurde seit dem späten 9. Jahrhundert in den Steinbrüchen der Porta Westfalica bis in den Bereich Lübbecke im großem Stil abgebaut und über die Weser nach Minden, Nienburg, Verden, Bremen und hinauf bis zur Wesermarsch und in das Land Wursten (südlicher Bereich des Kreises Cuxhaven) und in geringerem Umfang auch auf dem Seeweg nach Hamburg transportiert.

Padingbüttel, Kreis Cuxhaven, Ev. Kirche St. Matthäus, 2. Hälfte 13. Jahrhundert, romanische Saalkirche, Westturm mit Porta-Sandstein im Sockel aus dem 15. Jahrhundert; Südseite des Kirchenschiffes mit großen Granitquadern und romanischen Bogen und darüber Porta-Sandstein.

Wremen, Kreis Cuxhaven

St. Willehadi-Kirche aus Tuffstein mit Saalkirche und Turm aus dem 1. Viertel des 13. Jahrhunderts; Südseite des Schiffes mit Backsteinen neu verblendet; um 1600 wurde der untere Teil des Turmes mit Porta-Sandstein verblendet (Quelle: Am Meer und hinter dem Deich- Das Land Wursten). Nordseite der Kirche und der Chor zeigen noch die originale Lisenengliederung mit abschließendem Rundbogenfries; ein ehemaliges, hoch liegendes Rundbogenfenster ist auf der Südseite erhalten geblieben, der Turm wurde 1990 restauriert (Quelle: Baudenkmäler in Niedersachsen-Landkreis Cuxhaven).

Wremen, St. Willehadi-Kirche

mit Porta-Sandstein am "Untergeschoss" des Turmes, um 1600 wurden die Porta-Sandsteinquader auf den nicht witterungsbeständigen Tuffstein aufgesetzt.

Berne, Unterweser, Kr. Wesermarsch,

Ev. St. Ägidius-Kirche, ursprünglich einschiffige romanische Kirche aus dem 12. Jh., Reste der Nordwand und der Turm aus dieser Zeit; 2/3 des Turmes aus Porta-Sandstein; 1234 -1450 Umbau in gotischem Stil zur dreischiffigen Hallenkirche.

 

 

Berne, St. Ägidius-Kirche

Teil der dreischiffigen Hallenkirche mit Backstein und Porta-Sandstein im Wechsel

Neuenkirchen, Unterweser, Kreis Osterholz, ev. Kirche St. Michäl

Wehrhafter Turm von 1192, Porta-Sandstein an den Turmecken (Eckverzahnung); romanische Fensterbögen mit Porta-Sandstein im oberen Turmbereich

Wietzen, Kreis Nienburg

Kirche St. Gangolf, etwa 1150 erbaut, romanisch mit typischen Merkmalen: wehrhafter Charakter, dicke Mauern, kleine Fenster;" im Innern der Kirche fand man Fundamentreste, die offensichtlich von einem viel kleineren (steinernen) Vorgängerbau (ca. 1000) stammen" (kirchliche Internetquelle); ältester Teil ist das Langhaus mit romanischen Fenstern, die mit Blendarkaden versehen sind; Ostteil der Kirche aus Granitquadern und Feldsteinen von 1830, 1958 verändert

Verden: Dom

1150 1. Bauphase mit Porta-Sandstein; "die sichtbare Baugeschichte des Domes setzt mit dem romanischen Glockenturm Mitte des 12. Jahrhunderts ein; sein Untergeschoss aus Porta-Sandstein tritt nur nach Süden zutage.." (DKV Kunstführer Nr. 394). "Der Sockel des Turmes rührt aus der Zeit um das Jahr 1000 her und ist der ersten Steinkirche zuzuordnen" (kleines Dom-ABC von E. Pertiet (Juni 2002)  
1290-1323: Erweiterung des Domes mit Chor, Querschiff und erstem Joch, auch wieder unter Verwendung von Porta-Sandstein, 1473-1490 Hinzufügung des Langhauses mit Backstein.

St. Willehadi in Eystrup, Kreis Nienburg

Der überwiegende Teil des Turmes besteht aus Porta-Sandstein; übriger Teil der Kirche 1750-1752 im ländlichen Rokokostil errichtet ; neuere Umgestaltungen in den 50-er und 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts; der romanische Westturm mit Lichtschlitzen und großen gekuppelten Schallarkaden und Pyramidenhelm wurde im Jahre 2002 restauriert (Quelle: Kirchen in der Mittelweserregion)

Ev. Kirche St. Willehadi in Eystrup, Mittelweser, Kreis Nienburg, Turm aus dem 12. Jahrhundert (1179 erstmals erwähnt)

Typisch sind die romanischen Rundbogenfenster; die rötlich erscheinenden Quader bestehen aus Raseneisenstein; die Porta-Sandsteinquader enthalten viele Eisenbestandteile und heben sich deutlich von dem Raseneisenstein ab; im Rahmen von Restaurierungsarbeiten sind einige Quader auch durch einen anderen Stein ersetzt worden

Ev. St. Willehadi in Eystrup

Nordseite des Turmes fast durchgehend Porta-Sandsteinquader

Wechold, Kreis Nienburg, Gemeinde Hilgermissen

Ev. Kirche St. Marien mit Turm aus dem 12. Jahrhundert; nach Abbruch eines romanischen Gewölbebaues 1870/1871 Neubau als neugotischer Backsteinsaal mit seitlichen Eingangsrisaliten und polygonaler Apsis (Quelle: Kirchen in der Mittelweserregion)

Wechold, St. Marien-Kirche

mit Ausschnitt des Turmes, dessen oberes Geschoss nach dem dreißigjährigen Krieg in Backstein erneuert wurde.

Überwiegend Porta-Sandstein im alten Turmbereich, z.T. wurden auch Raseneisensteinquader und Feldsteine zum Bau des Turmes verwendet


Ev. Kirche St. Bartholomäus in Balge, Kreis Verden, Mittelweser.

Der Turm der Kirche ist um 1200 errichtet worden. Er besteht überwiegend aus Porta-Sandstein, im oberen Teil auch aus Backstein

St. Bartholomäus-Kirche in Balge

mit romanischem Fries und Porta-Sandsteinquadern unterschiedlicher Größe und mit der typisch gelbbraunen Färbung und Eiseneinschlüssen

Nienburg-Holtdorf

St. Martin-Kirche, romanische Dorfkirche, die zum ersten Mal im Jahre im Jahre 1096 urkundlich erwähnt wird. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche wahrscheinlich im 16. Jahrhundert; über der Südtür findet sich die Jahreszahl 1580. 1716 nochmals Umbau der Kirche. (Quelle: Kirchen in der Mittelweserregion)

Nienburg-Holtdorf

Turm der Kirche St. Martin mit Porta-Sandstein. Dieser Teil des Turmes geht auf den romanischen Ursprungsbau zurück.

Vilsen, Gemeinde Bruchhausen-Vilsen, Kreis Diepholz

Ev. Kirche St. Cyriakus, kreuzförmige Saalkirche mit geschlossenen Chor und Westturm; Turm und Schiff um 1200 erbaut; fast der gesamte Turm besteht aus Porta-Sandstein, romanische Rundbogenfenster im oberen Turmbereich; 3. V. 13. Jh. Anbau eines Querhauses und eines Chorquadrates; 1883-1885 Erweiterung der Kirche durch Anbauten an allen 3 Seiten des Chorquadrates

Mindener Dom

Westwerk aus dem 12. Jahrhundert mit Obernkirchener-Sandstein und Porta-Sandstein; der Vorbau enthält ausschließlich Porta-Sandstein, im Krieg ist der Dom zu 90% zerstört worden; er wurde 1948-1957 wieder aufgebaut; die Nordseite des Domes ist um 1995 von der Fa. Meyer aus Preußisch-Oldendorf mit Porta-Sandstein restauriert worden.

Mindener Dom

Das gotische Langhaus mit drei gleich hohen Schiffen entstand 1267-1290.Die erhalten gebliebenen Maßwerkfenster stellen einen besonderen kunsthistorischen Schatz dar. Sie sind von Porta-Sandstein umgeben.

Ev. Kirche in Gehlenbeck, Kreis Minden-Lübbecke

Der wehrhafte Turm ist mit Porta-Sandstein um 1100 errichtet worden; die übrige Kirche entstand 1494-1499

Stift-Quernheim, Kreis Herford, ev. Stiftskirche

Kirchturm von 1222, übrige Kirche erweitert und im Stile der Spätgotik in den Jahren 1548-1555 umgebaut; der Turm wurde um ein Geschoss erhöht; ursprünglicher Eingang der Kirche auf der Nordseite des Turmes mit romanischen Rundbögen; der gesamte Turm besteht weitgehend aus Porta-Sandstein

Weitere Beispiele für Objekte mit Portsandstein aus dem Kreis Herford

Renaissanceschloss Ulenburg in Mennighüffen, Stadt Löhne, 1570 erbaut: Baumaterial: Rhätquarzit aus dem Raum Bad Salzuflen, Obernkirchener Sandstein, Porta-Sandstein; Südgiebel vom Herforder Steinmetz Korffmacher errichtet (Quelle: Bauakte von 1570)

Ev. Kirche in Hagedorn, Gemeinde Kirchlengern, 1911 von Dombaumeister Campani errichtet

Ev. Kirche in Obernbeck, Stadt Löhne, 1914 von Dombaumeister Campani errichtet, Baumaterial: Ziegelsteine von der Ziegelei Schwagmeier in Löhne; Porta-Sandstein aus Wallücke.

 

Pauluskirche in Bünde, 1873 von Baumeister Wilhelm Mölle, Minden, errichtet.

Brücken, die mit Porta-Sandstein erbaut wurden

Dirschau

1850-57 erbaut im Zuge der Erstellung der Preußischen Ostbahn Berlin-Königsberg; die Brücke hatte eine Länge von 837 m.

Duesseldorf-Hamm

Eisenbahnbrücke über den Rhein von 1870; von der 1945 gesprengten Brücke sind die Stützpfeiler noch erhalten geblieben; sie stehen unter Denkmalschutz und wurden mit Porta-Sandstein (unterer Bereich) und mit Solling-Sandstein errichtet.

Hamburg-Harburg

Stahlbrücke über die Elbe von 1883-1887, Portale auf der Ost- und Westseite aus Porta-Sandstein; sie wurden 1897-1899 hinzugefügt; seit 1953 Fußgängerbrücke, 1995 restauriert.

Steyerberg, Kreis Nienburg

Die Weserbrücke über die Große Aue wurde 1726 im Auftrag von Georg I., dem Kurfürsten von Hannover, in Auftrag gegeben.

Dreye, Kreis Diepholz

Eisenbahnbrücke über die Weseraue und die Weser; sie weist 17 Brückenpfeiler und 2 Widerlager auf; sie hat eine Länge von 183 m, erbaut 1873 mit Porta-Sandstein aus dem Steinbruch Langeleh in Bergkirchen.

Gross-Hutbergen, Kreis Verden

Weserbrücke von 1884

Hoya, Kreis Nienburg

Weserbrücke von 1912

Nienburg

Pfeiler von der alten Weserbrücke, die 1708 von Baurat Führer mit Porta-Sandstein aus den Steinbrüchen in Hausberge errichtet wurde.

Minden

Alte Weserbrücke von 1597, Quelle: Kommunalarchiv Minden.

Minden

Neue Weserbrücke von 1915 mit dem aus Porta-Sandstein bestehendem Unterbau von 1874.

Minden

Bunte Brücke über die Weseraue mit den Pfeilern aus Porta-Sandstein, die 1874 errichtet wurden.

Minden

Eisenbahnbrücke über die Weser von 1897.

Minden

Brücke über die Bastau am Simeonsglacis, erbaut 1878.

Bad Oeynhausen

Brücke über die Werre von 1887.

Bad Oeynhausen

Brücke über die Weser von 1913 mit noch vorhandenen Pfeilern der alten Weserbrücke von 1847

Loehne

Kronprinzenbrücke über die Werre von 1905.

Loehne

Eisenbahnbrücke an der Koblenzer Straße von 1855.

Kirchlengern, Kreis Herford

Eisenbahnbrücke über die Else von 1904 (Strecke Bünde-Herford).